Roasted Almonds
A scent can hold what the world could not

Mandeln rösten. Ein leises Knacken.
Warten, bis ihr Duft aufsteigt.
Dann legt sich etwas um meine Brust und mein Herz und zieht mich davon. Eben stand ich noch am Herd. Jetzt nicht mehr. Ich liege in den Armen.
Die Wärme, die eigentümliche Schwerkraft, gehalten zu werden von jemandem, der mit all seinem Verlangen an mich geschmiegt, sich derselben Schwerkraft hingibt. Umschlossen von einem Raum, der eine Nähe trägt, von der ich nicht wusste, dass ein Körper sie bergen kann. Der stille, betörende Duft der warmen Haut, der Lippen im Atem dazwischen.
Geröstete Mandeln.
Die Wärme, das Verlangen, die besondere Schwerkraft des Gehaltenseins – sie durchströmt mich, ohne zu fragen. Ein Atemzug, und sie nimmt mich ganz. Wenn ich es bemerke, bin ich längst dort.
Nicht gemildert durch Zeit. Unverändert. Unverdünnt.
Und sie durchzieht mich erneut.
Diese Innigkeit, die keinen Zwischenraum atmet.
Die Welt konnte sie nicht halten –
es blieb nur das Sterben.
Geröstete Mandeln.
Diese Innigkeit, die keinen Zwischenraum atmet.
Sie durchzieht mich wieder.
Und wieder.
Jedes einzelne Mal.
Geröstete Mandeln.
Sie hört nicht auf. Sie kann nicht vergehn.
Nicht rückgängig zu machen. Unstillbar.
Stoße ich sie von mir, verliere ich, was Schönes sie trägt.
Sie braucht einen Ort, um in mir zu ruhen.
Einen Ort, an dem sie weilen kann, ohne zu welken.
Einen Ort, zu dem ich zurückkehren kann.
Und wenn ich es tue, ist alles da.
Geröstete Mandeln.
Die Wärme. Das Verlangen. Diese Innigkeit, die keinen Zwischenraum atmet.
Unverändert. Unverdünnt. Dieselbe ungebrochene Fülle.
Ich lasse mich durchfliessen. Und leg sie dann wieder zur Ruh.
Nichts ist verloren. Nichts ist verblasst.
Sie bleibt ganz.
Und ich bin es auch wieder.
Zurück am Herd. Mandeln rösten. Ihr Duft steigt zu mir auf.
Die Wärme. Das Verlangen. Diese betörend glimmende Innigkeit.
Ich greife nach einem weiteren Gewürz.
Nicht weniger Mandeln.
Nicht weniger von dem, was sie tragen.
Eine weitere Schicht. Eine neue Haut.
Und ich ruhe in mir.
Roasting almonds. The quiet cracking.
Waiting for their scent to rise.
Then something settles around my heart and pulls me away.
A moment ago I was at the stove. Now I’m here—in her arms.
The warmth, the wanting, the particular gravity of being held—
held by someone drawn into me with all their wanting, yielding to that same pull.
Embraced in a space that carries a kind of closeness I did not know a body could hold.
The warmth of skin, its quiet, entrancing scent, the taste of lips in the breath between.
Roasted almonds.
The warmth, the wanting, the particular gravity of being held —
it moves through me without asking.
One breath and it takes me whole.
By the time I notice, I am already there.
Not softened by time. Unchanged. Undiluted.
And it moves through me again.
That closeness, breathing with no space in between.
The world could not hold it –
and left it to die.
Roasted almonds.
That closeness, breathing with no space in between.
It moves through me again.
And again.
Every single time.
Roasted almonds.
It does not stop. It will not stop.
Can’t be undone. Remaining unstilled.
If I push it away, I lose what it holds.
It needs a place to rest in me.
A place where it can rest without fading.
A place I can return to.
And when I do, it is all there.
Roasted almonds.
The warmth. The wanting. That closeness, breathing with no space in between.
Unchanged. Undiluted. The same unbroken fullness.
I let it move through me.
And I let it come to rest again.
Nothing is lost. Nothing has faded.
It stays whole.
And I’m whole again too.
Back at the stove. Roasting almonds until their scent begins to rise.
The wanting. That closeness, breathing with no space in between.
I reach for another spice.
Another layer. A new skin.
Not less almonds.
Not less of what they carry.
And I rest in myself.
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Ganz bei der Sache sein, absolut im Hier und Jetzt, und in dieser Präsenz die Vollkommenheit erfahren, die jeder Moment in sich trägt – nach Lebendigkeit und Leidenschaft für den Moment, so fühlt sich der Text für mich an. Vielen Dank fürs Publizieren & liebe Grüsse, Selina
Ja, liebe Selina. Die Intensität des Moments erleben – eine wundervolle Qualität. Der Post ist Teil der Serie “WiederWerden”… das mag als Kontext beim einordnen helfen (https://blog.punctumgallery.ch/blog-de/).
Herzlichen Dank für dein Lesen und deine Rückmeldung!