It’s always right now…
Über den Himmel in mir

Diese sanften Bahnen, als würde der Himmel über Bern in langen warmen Atemzügen fließen.
Dunkle Bänder tragen Kupfer an ihren Rändern, Glut, die sich wohlig streckt zwischen Bleiben und Vergehen. Mein Blick gleitet zwischen den Wolkenrändern weiter, hinein in ihr langsames Schwingen.
Mich hineinlegen —in diesen Schichten liegen.
Sinken lassen zwischen die weichen dunklen Linien. In dieses langsame Wandern aus Schatten und schlafwarmer Luft.
Dort oben scheint nichts gedrängt zu sein. Alles gleitet nur ineinander, schwerelos und ruhig, wie Atemzüge die sich verlangsamen.
Selbst das, was den ganzen Tag schwer geworden ist, verliert dort oben langsam sein Gewicht.
Dann werden die Wolkenbänder zu Schwingen von Zugvögeln, die langsam weiterziehen, weit hinter den Horizont, bis auch alles, was sich heute sorgenvoll an mich klammerte, leise mit ihnen verschwindet.
Ich sinke durch die Wolkenschichten und das Licht des Himmels wird langsam zu Wärme auf meiner Haut. Als würde der Abend seine letzten Sonnenreste dort ablegen, wo der Tag noch angespannt in mir sitzt.
Unter den leuchtenden Schichten, das Land im gemächlichen Schatten. Und darin eine Stille, die nichts Leeres hat. Was den ganzen Tag heißgelaufen ist, hier darf es langsam auskühlen und sich in die Dunkelheit legen.
Wie selbstverständlich die Erde alles trägt. Das Licht in den Wolken. Die dunklen Linien der Berge. Wärme und Kälte. Leichtigkeit und Schwere.
Und mich.
Und je länger ich schaue, desto weniger scheint der Himmel nur über Bern zu liegen.
Dieses ruhige Getragenwerden zwischen Himmel und Erde.
Die Weite dort oben öffnet sich auch in mir.
Der Abend hat es nicht erschaffen,
sondern sichtbar gemacht.
Those gently flowing clouds — as though the sky above Bern were moving in long warm breaths.
Dark bands brushed with copper light, a glow stretching softly between staying and fading. My gaze drifts on between the edges of the clouds, into their slow swaying.
To slip into the layers—
held among them.
Sinking deeper into shadow and drowsy warmth. Up there, nothing seems rushed. Everything glides softly into everything else, weightless and quiet, like breathing grown slow with evening.
Then they become the slow sweeping of birds moving far beyond the horizon, until even all that had clung to me so worriedly, is quietly carried away.
I drift through the layers as the light of the sky turns slowly warm against my skin. As though the evening were laying its last warmth wherever the day still sits tense inside me.
Beneath the glow, the land lies in unhurried shadow. A silence there with no emptiness. Whatever has been burning too hot all day slowly cools— easing down into the dark.
How effortlessly the earth carries everything.
The light within the clouds.
The dark lines of the mountains.
Warmth and cold.
Lightness and weight.
And me.
And the longer I look, the less the sky seems to exist only above Bern.
This quiet suspension between earth and sky.
The vastness up there opens inside me too.
The evening did not create it.
It only made it visible.
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